Glossar

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Fachgerte
auch Flechtgerte genannt, ".. gespaltene Stäbe, welche in den Fachen oder Fächern der Lehmwände um das Fach- oder Stakholz geflochten und mit Lehm, welcher mit Stroh eingeknetet ist, überzogen werden. Die Fachgerten werden gemeiniglich aus häselnen Stäben, die ein Zoll auch wohl etwas darüber stark sind, gemacht. Jeder Stab wird gespalten ..." (Krünitz 1788)

Fachwerkbau
statisch tragender Holzrahmen mit nichttragenden Ausfachungen (mit Lehm oder Ziegel ausgefüllte Wandteile zwischen den Holzrahmen)

Faserlehm
mit pflanzlichen oder tierischen Fasern bewehrter Lehm. H.G.Sieber beschreibt, daß bei dessen Verarbeitung die äußere Wachs-Pektin-Schicht der Fasern durch Bakterien angelöst, die Tonkristalle an die Pektine und Zelluloseketten der äußeren Fibrillenschicht der Fasern angehängt, und so die Festigkeit des Gemisches erhöht wird. Die Bakterien sorgen dabei durch ihren Stoffwechsel für einen leichten Milchsäuregeruch.

Faserlehmplatten
"Aus der beschriebenen Masse zur Feuchteverarbeitung .. werden biegefeste Lehmplatten im Patzverfahren hergestellt. Die Faserstoffbeimengung soll aus Spreu und bis zu 5 cm langem Häcksel bestehen. Die Mindestdicke der Platte beträgt 5 cm. Im allgemeinen werden die Platten 8 bis 10 cm dick hergestellt." (Pollack / Richter)

Fasern
Fast alle Fasern tierischen oder pflanzlichen Ursprungs sind denkbar, um den Lehm zu bewehren, also wie beim Stahlbetonbau seine Biegezugfestigkeit zu erhöhen, bzw. beim Putzen Risse zu vermeiden: Tierhaare wie Schweineborsten, Stroh, Heu, Schilf in unter­schiedlichen Längen gehäckselt, kleine Äste und Heidekraut, Kokos- und Sisalfasern genauso wie Tannen - und Kiefernnadeln, Kaff - auch Spreu genannte Reste vom Dreschen - sowie die bei der Fasergewinnung aus Leinen und Hanf anfallenden Schäben und nicht zuletzt Kuhschiet und Pferdeäpfel.

Felchtwerkwände
Flechtwerkwände mit Lehmbewurf - die in Deutschland am häufigsten verwendete Lehmbautechnik - werden nicht zum reinen Lehmbau gerechnet.

Fetter Lehm
Lehm mit einem hohen Anteil Tonmineralien (bis 30%), auch bindiger Lehm genannt

Fingerdruckprobe
zur Unterscheidung von Sand, Lehm und Ton

Flaschenbau
"Zwischen den tragenden Pfosten, in der Mitte der Wand, werden senkrecht stehende Rundstangen (Bohnenstangen) befestigt und an diesen Stangen Strohlehm in flaschenartigen Gebilden angebracht und zur Wand zurückgedrückt. Auch die Pfosten werden mit Lehm umkleidet, sodass am fertigen Bauwerk außen und innen nur Lehmflächen zu sehen sind." (Niemeyer)