Glossar

Alle | A B C D E F G H K L M N Ö S T V W Z
Es gibt 20 Einträge in diesem Verzeichnis, die mit dem Buchstaben L beginnen.
Lehm
"Im Bauwesen ist der Lehm ein unentbehrliches Material und wird, in geschlämmten Zustand, gebrannt, zu Ziegelsteinen, an der Luft getrocknet zu Lehm- oder Luftsteinen, mit klein gehacktem Stroh oder Spreue, auch Haaren vermischt zu Lehmwänden, Lehmschindeln, auch an trockenen Orten im Innern der Gebäude zum Abputz der Decken und Wände, besonders aber zu allen Feueranlagen, als Heerden, Back- und anderen Oefen, Brandmauern usw. gebraucht ... Ebenso fertigt man Estriche auf Scheunentennen, Formen aus Eisenguß usw. aus Lehm ... in neuester Zeit ist der wohlfeile und dabei sehr solide Lehmbau, besonders als Pisé wieder in Anwendung gekommen; auch wird der Lehm in neuester Zeit als feuersicheres Deckmaterial für Dächer in Verbindung mit Steinkohlentheer gebraucht" (Baulexikon 1840).

Lehmarten
Auelehm, Berglehm, Gehängelehm, Geschiebelehm, Lößlehm, Mergel, Schlicklehm, Schwemmlehm. Ein Tonteilchen macht einen langen Weg von seiner felsigen Entstehung, bis es irgendwann verbaut wird.

Lehmaufbereitung
Geräte (Erdzerkleinerer, Siebe, Mischer) bzw. Verfahren zur Verwandlung des Rohstoffes Lehm (sowie Zuschlagstoffe, Bindemittel u. ä.) in ein Baumaterial

Lehmbau
"Lehmbauten im Sinne der Lehmbauordnung sind Bauten, bei denen die tragenden Wände aus Lehm sind. "Verzimmertes Fachwerk und Gerippe aus anderen Baustoffen mit Lehmausfachung gelten nicht als Lehmbauten ..." (DIN 18 951)

Lehmbrote
handgeformte Lehmballen - ein von Pastor Bodelschwingh in Dünne/Westfalen entwickeltes Lehmbausystem

Lehmdrahtbauweise
Von Baurat Paetz erfundene und patentierte Lehmbauweise. Es handelte sich um eine Stampfbauweise, bei welcher in jedem Stampfabschnitt verzinktes Drahtgewebe eingelegt und im waagerechten Bereich mit Zementmörtel verstrichen wurde. Das Drahtgewebe sollte der besseren Putzhaftung, der Zementmörtel der besseren Lastverteilung dienen. Das Verfahren war etwa von 1908 bis 1925 in Gebrauch.

Lehmgefache
Wandkonstruktion aus pflanzlichem Flechtwerk und beidseitigem Lehmbewurf, in der Regel als Ausfachung im Fachwerkbau.

Lehmmörtel
neben Kalkmörtel der geeignete Mörtel für das Vermauern von Lehmsteinen

Lehmoment
ein blöder Name (stimmt!) für ein gutes neues Produkt der nordischen Naturbau GmbH. Ein Element 11,5 / 62,5 / 100 aus Strohleichtlehm gepresst, zu verschrauben untereinander, zwischen Holzrahmen oder Deckenbalken.

Lehmpatzen
"Lehmpatzen sind die zweite Art von Luftsteinen, die gleichfalls aus nass geschaffter Masse gemacht werden. Sie unterschieden sich bekanntlich von den Luftsteinen dadurch, dass sie mit Stroh durchschafft sind, wodurch sie mehr Consistenz erlangen und größer gemacht werden können." aus Handbuch der neuesten ökonomischen Bauarten von 1827 aus Handbuch der neuesten ökonomischen Bauarten von 1827

Lehmprüfverfahren
sowohl Handprüfverfahren als auch Laboruntersuchungen zur Feststellung der Zusammensetzung und Materialeigenschaften von Lehmproben

Lehmputz
Lehmmörtel mit Zusatz von Grobsand, Faserstoffen, Kuhdung u. ä. als Außen- und Innenputz

Lehmquader
Unter Lehmquadern verstand man großformatige Lehmsteine, die gestampft wurden. "Zur Bereitung der Lehmquader und sonstigen gestampften Arbeiten muss man durchaus starke Leute anstellen, dieselben gut bezahlen und ihnen durch Trunk zusetzen, da alle Verrichtungen dabei sehr anstrengend sind, und bei schwächlichen Arbeitern nichts geleistet wird."

Lehmschindeldach
"Lehmschindeldach ist der herkömmliche Name für ein Weichdach aus Stroh, das an der Innenseite eine geschlossene Lehmschicht hat. Es besteht aus einzelnen vorgefertigten Teilen, den Lehmschindeln, die im Verband verlegt sind."

Lehmständerwerk
"Bei Lehmständerwerken ist die Decken- und Dachlast allein auf Rundholzständer oder ähnliches Traggerippe aufzulagern. Die Felder sind mit Lehmsteinen, Leichtlehm, Strohlehm und auf Staken, Reisiggeflecht mit Lehmbewurf oder auf sonstige Art mit Lehm auszufachen." (DIN 18951)

Lehmstränge
in einer Strangpresse hergestellte Lehmwürste, die beim Bau von Wänden und Einbaumöbeln im plastischen Zustand ohne Mörtel verlegt werden, eine schwierige Technik, da der Lehm sehr geschmeidig sein muß, um gute Wülste aus der Maschine zu erhalten, dieser fette und zu feuchte Lehm aber beim Trocknen reißt.

Lehmwickel
mit Strohlehm umwickelte Staken (aus Rundholz, gespaltenem Hartholz oder kräftigen Latten) als Ausfachung in Wand-, Decken- und Dachkonstruktion.

Lehmziegel
Ungebrannte Mauerziegel, hergestellt durch Stampfen, Werfen in eine Holzform (Patzen) oder mit einer Strangpresse. Die Steine sollen aus magerem Lehm sein, im traditionellen Lehmbau z.B. in Arabien wurden sie wegen der höheren Festigkeit gepatzt Mit der Vakuumstrangpresse hergestellte Steine sind für den Lehmbau unbrauchbar.

Leichtlehm
"Leichtlehm ist ein im Gefüge den Leichtplatten aus Holzwolle ähnliches lockeres Gemenge aus dünnflüssigem Lehmmörtel und bis zu 40 cm lang geschnittenem Stroh, wobei der Lehm lediglich als Bindemittel und zur feuerschützenden Umhüllung der den Haupbestandteil bildenden Faserstoffe wirkt ... Das Raumgewicht soll nicht mehr als 900-1200 kg/m3 betragen."

Lößlehm
"ist aus Löß durch Auswaschen des Kalkgehaltes entstanden. Der Löß ist ein klak- und tonhaltiger Feinsand, der durch Stürme von seinem Ursprungsgestein zu seinen Lagerstätten getragen worden ist. Lößlehm hat ein sehr feinkörniges Mineralgerüst und einen geringen Tongehalt." (DIN 18952)